Mittwoch, 10. Februar 2010

8. Etappe Ziel Laayoune

Tja, wie man sich bettet so liegt man, oder auch nicht, nachdem wir unser kleines Zelt, für am Burkahrd sein Transit geklebt haben, konnten wir auch eigentlich gut schlafen. Heute geht es stumpf die Küste entlang, immer gen Süden. Nach den Kamelen der letzten Nacht, treffen wir nun zum ersten mal auf echte Kamele ...





Nun wissen wir auch wozu die hübschen Schilder da sind, die dreieckigen mit nem Kamel drauf. Die sind nicht als Souvenier gedacht, für gelangweilte Touristen, die auch noch reinzufällig nen Werkzeugkasten dabei haben um das Schild abzuschrauben. Nee, dafür sind die echt nicht gedacht, die warnen vor freilaufenden Kamelen (wo war das Schild letzte Nacht?) und das zu recht. Tauchen (nee nicht mit Flasche, Schnorchel und Brille und so) auf aus dem Nix und das gleich herdenweise. Also Augen auf, damit man so nen 2 Tonnen Vieh nicht umsemmelt (dabei kann man nur verlieren). Aber es gibt zu den nächtlichen und echten Kamelen auch noch welche aus Stein, seht selbst:




Langsam aber sicher wird es sandiger, wärmer, karger, die Wüste lässt grüssen ...




Kilometer fressen, Landschaft gucken, anhalten um zu pinkeln, das macht fertig, das ist irgendwann langweilig, obwohl zugleich auch toll zu sehen das es Menschen gibt, die im Nix wohnen und scheinbar auf den Bus warten. Wie geht das? Kein Baum, kein Strauch, kein Haus, aber da sitzt tatsächlich noch jemand am Strassenrand und wartet, macht nix soll er warten bis er schwarz wird, wir können niemanden mitnehmen, tut uns leid, aber was wohnste auch mitten in der Pampa?




Für heute sagt das RAODBOOK Beduinencamping an, lassen wir uns überraschen. Überraschung gelungen, echt schönes Camp, die Zufahrt so richtig Wüstenlike und Häringe gingen auch in den Boden :-). Na, geht doch ... Am Abend dann erste Wüstenromantik geniessen und nen Bierchen trinken, welch eine Freude.


7. Etappe Aglou Plage eigentlich Plage Aglou

Tschüss Marrakech, irgendwann kommen wir wieder, allein schon wegen des Hotelsafes ;-). Nun sind wir schon über eine Woche unterwegs. Unsere Teams verstehen sich blendend, eigentlich, oder? Nee, wir verstehen uns echt gut, alles Gewohnheitssache. Also auf nach Plage Aglou an der Küste von Marokko. Unsere Strecke geht vorbei an Agadir und dann Richtung Süden. Abweichend zum unser alles geliebten ROADBOOK (grins) nehmen wir die Abkürzung und fahren durch die Ausläufer des Atlasgebirges (oder wie auch immer die Berge heissen). Der Transit (von Burkhard, Steffi und Nils), das für uns gewohnte Bild, als direkt vorausfahrendes Fahrzeug, hat echt zu kämpfen, Spanien war Dreck dagegen ...




Die Autobahn war gut ausgebaut, leider nur nicht weit genug, ab jetzt ist Schluss mit breiten Strassen die bezahlt werden wollen. Nun kommt nur noch Landstrasse bis Mauretanien, ist ja nicht mehr weit, nur so ungefähr 1800 km, also ein Katzensprung. In Agadir, mal wieder ganz klassisch verfahren, war ja irgendwie klar, wie sollte es auch anders sein. Macht nix, nun wissen wir auch wo der Hafen ist, in Agadir, und können sagen da waren wir schon, wenn im Fernsehen mal Bilder der Festung Agadirs gezeigt werden. Hat also was für sich, ein wenig orientierungslos durch die Weltgeschichte zu eiern.




Nach Agadir geht es die Südküste Marokkos entlang, schön zu fahren und wieder einmal viel zu sehen. Wir freuen uns trotzdem auf heute Abend, der Campingplatz soll laut ROADBOOK direkt am Meer liegen. Wär ja echt klasse, mal noch eben an den Strand gehen und im Atlantik ne Runde schwimmen. Welch eine Aussicht auf einen weiteren entspannten Abend. Je näher wir dem Ziel kamen um so nebeliger wurde es, Also nix mit Strand liegen, macht keinen Sinn.




Der Beschreibung aus em RAODBOOK nach, sollten wir unser Ziel längst erreicht haben, haben wir auch, haben wir nur nicht gemerkt. So ist das nun mal da geben sich die Autoren des RAODBOOKs so eine Mühe mit der Beschreibung und was ist? Wir sind zu doof dafür. Wir stehen vor dem Campingplatz (auf dem auch andere Teams übernachten) und sehen ihn nicht, weil es unglaublich ist, das dass der beschriebene Campingplatz sein soll. Also wieder losfahren und weiter suchen, kann ja nicht stimmen, sieht aus wie ein Parkplatz, nix Camping.




Es war der richtige Campingplatz, unsere, netten, organisatorischen Begleiter haben es uns mehrfach am Telefon versichert. Unglaublich aber wahr, es ist ein Stellplatz für (überwiegend französische) Wohnmobile. Wie soll man da bitte ein Zelt mit der Dimension einer Doppelgarage (etwas Privatsphäre und Platz muss ja sein) aufbauen, wenn man keine Häringe in den Boden bekommt? Die Worte der begleitenden, organisatorisch, talentierten und bewanderten "Mitfahrer" waren einfach zu schön: "Wir sind hier nicht auf einer Luxusreise, das ist Afrika, verabschiedet euch mal von eurem Europäischen Denken."

Uhhppssss ..., na kack die Wand an, das waren ja echt deutliche Worte, jetzt habe ich den Sinn verstanden, es ist kein Luxus für 2 Personen ca. 8000 Euro für 3 Wochen Urlaub zu verplempern, da ruft der Schotter, auf dem man gebettet sein soll... Also für die Zukunft merken: "Luxus fängt erst deutlich nach 8000 Euro an!". Und nun wissen wir auch wo die Schmerzgrenze liegt, für die ORGs, (ORG gleich internes Kürzel für Ostdeutsche ReiseGesellschaft . Anm. des Autors) "Wage Deine Frage, die Antwort kennt eh nur das ROADBOOK (mit einem freundlichem, echtem Lächeln)" .

Ja, recht hamse nun mal, da steht alles drin, ob es Sinn macht oder nicht, wer will es wissen? Man muss halt zwischen den Zeilen lesen, also alles Auslegeware ...


6. Etappe Ziel Marrakech

Wie sollte es anders sein, genau wie die Tage davor wird mal wieder früh aufgestanden, nachdem wir die Nacht auf einem Campingplatz verbracht haben. Das erste Mal das wir unser kleines Zelt aufgebaut haben :-) Das Zelt hat die Dimension einer Garage, ist aber sehr praktisch, da wir so unsere Sachen wie Tisch und Stühle dort in der Nacht einlagern konnten. Die Nacht was feucht, die Nähe zum Atlantik lässt die Luftfeuchtigkeit so hoch ansteigen, das wir erst mal warten müssen bis das Zelt etwas trockener ist um es einzupacken.




Auf Grund der Grösse unserer Garage haben wir etwas länger gebraucht, die 30 Liter Kondenswasser mit vereinigten Kräften und jeder Menge Lappen (keine Finnländer, ehrlich nicht... !) vom Zelt zu wischen. Na ja, nach ner halben Stunde konnte es losgehen in Richtung Marrakech. Diesmal ohne Navi, die normale Karte muss reichen. Ab auf die Autobahn und das muss man den Marrokanern ja lassen, die sind echt im guten Zustand und leer! Wird ja auch für abkassiert, hier hat der Franzose also seine alten Mauthäuschen gelassen, genau wie in Frankreich, ausser die Tickets, die haben einen anderen Aufdruck ;-)



So geht unsere Fahrt die Küste entlang vorbei an Casablanca und Rabat. Am Rande der Autobahn sehen wir immer wieder Händler, welche auf dem Standstreifen stehen und Feigen, Datteln und allerlei anderen Kram verkaufen. Scheinbar ist es normal auf dem Standstreifen mal eben anzuhalten um sich nen Snack zu genehmigen...




Nach Casablanca links ab, Richtung Marrakech. Wir bummeln durch die Gegend, unsere Reisegeschwindigkeit liegt nahezu unverändert bei ca. 90km/h laut Tacho. Da die andren Team sich natürlich auch am Morgen aufgemacht haben nach Marrakech, werden wir öfters überholt, macht nix, ist ja kein Rennen. Die Landschaft ist karg aber dennoch faszinierend, terrakottafarbene Dörfer schmiegen sich in die Landschaft. Aus der Ferne können wir die Ausläufer des Atlasgebirges sehen. Wir fragen uns trotzdem, wovon leben die Menschen hier? Den Ackerbau oder so ist nicht zu sehen und wie es mit der Viehzucht steht wissen wir nicht. Wir sehen nur Steinwüste ...




Nun aber, Marrakech, wir kommen! Schliesslich haben wir schon ein Hotel ins Auge gefasst und es gibt auch eine Adresse dazu :-) Na ja, wie auch immer, ne Adresse bedeutet gar nichts, wenn es keine Schilder gibt. Dafür haben wir eine Wegbeschreibung. Na ja, die nützt auch nix, selbst das ist keine Garantie das Gesuchte auch zu finden, haben wir ja schliesslich die letzten Tage gemerkt, nichts ist einfacher als sich zu verfahren und zu suchen, nichts macht zudem auch mehr Spass, man lernt direkt Land und Leute kennen, also machen wir es wie die letzten Tage und kreisen unser Objekt erst mal ein, so ganz langsam, um es dann irgendwann, welch Zufall, zu finden. Nein es liegt nicht einfach am vorausfahrenden Fahrzeug, nein, nein, nein. Macht nix, wir kennen jetzt die Umgebung und haben dann schliesslich unser Domiziel erreicht. Ein schönes Hotel, mit hoher Mauer, Wachpersonal, Pool und Restaurant. Die Zimmer sind bequem und so können wir es die nächsten 2 Nächte aushalten. Der Campingplatz auf dem ein Grossteil der anderen Teams sind ist nicht weit entfernt.




Nachdem das Verfaren für heute eingestellt wurde, erst mal ne Runde im Pool schwimmen und ein Bierchen trinken, hier gibt es "Casablanca Bier", wie passend für Marrakech ;-) ... und das Essen ist auch nicht schlecht, eigentlich ganz gut, immerhin gibt es Steak und Kuskus (oder wie auch immer das geschrieben wird) ... Die Aussicht aus unserem Zimmer ist ganz nett, direkt in die Gartenanlage mit Pool des Hotels, immer noch besser als zur Strasse und das Umland.




So, sauber (was so ein Bad im Pool alles bewirken kann), satt und ein paar Bierchen geladen, macht sich die Müdigkeit breit, also Nickerchen halten und diesmal etwas länger, schliesslich brauchen wir morgen nicht zu fahren ... Gute Nacht!


Montag, 8. Februar 2010

5. Etappe Fährüberfahrt nach Tanger

Wie war das gleich? Nur ne halbe Stunde Fahrt nach Algeciras! Und was ist? Wieder früh aufstehen, bevor die Sonne noch am Horrizont erscheint, erscheine ich im Bad zum Duschen ... , wie ätzend, der frühe Vogel fängt den Wurm! Der frühe Vogel kann mich mal, so ganz geplegt ... Da irgend jemand Angst hat, die Fähre zu verpassen, fahren wir wieder einmal zu nachtschlafender Zeit los. Fähre fährt um 11.00 und wir um 8.30 Uhr, wie lang doch ne halbe Stunde sein kann, so gefühlt, so echt, so ...





Wir haben den Hafen mehr als rechtzeitig erreicht. es war Warten angesagt. Auf die Anderen. Hier ist der erste Pflichttreffpunkt für alle Teams, seit 3 Tagen. Seit 3 Tagen von den anderen 44 Teams auch irgendwie nix gesehen oder gehört ..., so gut wie nix...





Nach und Nach trudeln alle ein und der Überfahrt nach Afrika, Marokko, Tanger, steht nichts mehr im Wege, Wuppertal wird abgeschleppt (kleiner Getriebeschaden) und die Orgs nehmen lieber direkt eine andere Fähre, scheinbar wollen die nichts mit uns zu tun haben? Oder feiern die schon Karneval (es ist schliesslich der 11.11.2009)? Nee, so lustig sind die gar nicht, die kennen keinen Karneval, dafür können sie organisieren, hamse ja gelernt, so im Osten, von früher ... Nix für ungut Leute, könnt Ihr ja auch nix zu, aber das schweisst zusammen, gell? Also 47 Teams auf der falschen Fähre (die Nachbarfähre fährt nach Norwegen, zum Glück die und nicht unsere) und die lieben Orgs leider auf der richtigen, was sie aber keinem erzählt haben, so eine List, gell? Macht nix kann jedem passieren ... Für uns war es trotzdem Lustig, die Kölner mit der Karnevalsmusik auf dem Autodeck ...


4. Etappe Ziel Algeciras


Wie war das noch mit dem Aufstehen? Ohne Worte, so früh am morgen bleiben se eh im Halse stecken ... Raus aus Madrid, weiter Richtung Süden, ab über die Berge die nie enden wollen ... Vorbei an La Mancha, die Windmühlen besucht, aber die falschen (lach tot), die richtigen waren ein paar Kilometer weiter auf der rechten Seite der Autobahn und nicht links, wie es uns erzählt wurde, ja ja die Erzähler ... (grins). War trotzdem schön ...




Sattelt die Hühner wir ham doch keine Zeit, also weiter durch die Berge, die hören tatsächlich nicht auf (grrrr), der Ausblick ist dafür ganz brauchbar ...




Ist nicht mehr weit, nur noch an Granada vorbei, durch Marbella durch und noch ein klein wenig weiter ... Estepona, da wollten wir hin, ist nur unweit von Algeciras entfernt, so ca. 40Km, also nur ne halbe Stunde zu fahren für den nächsten Morgen. Ist ja momentan Hochsaison im November, so an der Spanischen Küste.


Der erste Kontakt mit der Spanischen Urbevölkerung in Estepona war auch ganz interessant, "Se vende?" und zeigt auf meine Reifen auf unserem Autodach. "Nee, nix Se Vende, wenn de nen Schwimmreifen suchst dann nimm Alufelgen, die hier sind aus Stahl und so zum schwimmen auch nicht wirklich gedacht. Tut mir ja echt leid für Dich aber da musste weitersuchen oder mal nen Schwimmkurs machen damit Du die Dinger nicht mehr brauchst."


Ansonsten ein Dörfchen mit nem riesigen Angebot an Hotels, wenn die dann auch auf haben und man dann auch noch so richtig entscheidungsfreudig ist ... Wir haben eins gefunden, mit Restaurant nebenan, direkt an der Nationalstrasse gelegen, dafür aber mit Meerblick.




Mit der Hoffung morgens mal nicht bei Dunkelheit aus den Federn krabbeln zu müssen, kann man sich ja noch nen leckeres Essen (Europäische Küche soll Mangelware sein in Afrika) und nen Bierchen gönnen, etwas Geselligkeit tut auch gut ...



3. Etappe Ziel Madrid

Spanien wir kommen, wieder so früh raus aus den Federn, scheiss die Wand an, da kriegste ja gerade mal nen Kaffe und ne Kippe zum Frühstück runter, nee, die Kippe hab ich nicht gegessen, dafür aber den Kaffe auf ... Es regnet, wie sollte es auch anders sein, wir sind immer noch in unserem geliebten Frankreich, Schnauze voll, Spanien ruft. "Coffee to go" hat was für sich ...




Endlich Spanien, Land der Wonne, Land der Sonne, Pustekuchen es schüttet immer noch, war wohl nix mit kurze Buxe im November ...




Na je, erstmal über die paar Berge Richtung Madrid. Paar Berge? Die hörn ja nie auf, die Schneegrenze haben wir kurz vor Madrid erreicht, am Strassenrand stehen die Schneeräumfahrzeuge mit ihren Blinklichtern, die Autobahn ist gerappelt voll und eine Autoschlange deren Rücklichter nicht enden ...





Nachdem es in den Bergen vor Madrid ja saukalt war ist es hingegen in Madrid schon fast kuschelig warm, immerhin 8 Grad plus ... Also ab ins Hotel, Adresse ins Navi getippt und dann ordentlich gesucht. So ist das eben wenn drittklassige Absteigen jenseits der Hauptstasse liegen. Witz bei Seite das Hotel war O.K. nur etwas doof gelegen :-)

2. Etappe Ziel: Angouleme

Boohhaarrr, morgens um 6 Uhr aufstehen, echt ne beschissene Zeit um sich auf die Socken zu machen, wenn man als Morgenmuffel nicht aus den Puschen kommt. Nee, echt nicht unsere Zeit. Dafür gab es ein sehr schönes Frühstück bei Franz und Manuel (hier noch mal Danke an Franz seine Frau, das war echt super). Halb Acht dann Abfahrt, Burkhard, Steffi und Nils sind mittlerweile auch aufgetaucht. Etappenziel ins Navi tippen und ab dafür... Ich liebe Frankreich, Suse liebt Frankreich genau so, also wir lieben Frankreich, nee nicht im Ernst, wenn wir könnten würden wir direkt nach Spanien durchbrettern, Frankreich umfahren oder überfliegen. Geht alles nicht also Augen zu und durch ...




Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen über unser geliebtes Frankreich, selbst unsere Bären waren gelangweilt ... Trotzdem hier noch nen Bild, ... auf irgend einem Dorf, vor irgendeiner "wichtigen" Kirche (wir haben sie im Dorf gelassen keine Angst) ...